Action an der Nordsee

Gruppenbild mit den Teilnehmenden des Familientags

«Es ist wohl die letzte grosse Ferienreise, die ich noch machen kann». Mit dieser Bemerkung meldete sich Katharina für die Ferien in Holland an. Für sie und viele andere ging mit den Ferien am Meer ein Traum in Erfüllung.

Viele Wege führen nach Holland

Frühmorgens an einem Sonntag im Juli besammelten sich die ersten Reisenden am Flughafen Zürich zum Einsteigen in den komfortablen Reisebus der Firma Carmäleon. Fünf Plätze waren reserviert für Rollstuhlfahrende, die über eine Hebebühne im hinteren Teil des Busses bequem einsteigen konnten. Im Bauch des Busses fanden neben den Koffern auch noch mehrere Rollstühle, Rollatoren und Zuggeräte Platz. In Basel kamen weitere Gäste dazu. Danach ging es zügig in Richtung Norden. Eine dritte Gruppe entschied sich für die Reise mit dem Flugzeug nach Amsterdam.

Unser Zuhause in Egmond an Zee

Ein wichtiges Kriterium für Ferienreisen mit GuB ist ein passendes Hotel mit möglichst vielen rollstuhlgängigen Zimmern. Im hübschen Küstendorf Egmond aan Zee in Nordholland haben wir mit dem Hotel Zuiderduin so ein Hotel gefunden. Acht geräumige und gut eingerichtete rollstuhlgängige Zimmer standen uns zur Verfügung. Auch sonst hatte das Hotel viel zu bieten. Die Buffets zum Frühstück und Nachtessen liessen keine Wünsche offen. Die grosse Auswahl und die Hinweise auf Allergene machten es einfach, sich einen «gluschtigen» Teller zusammenzustellen. In der freien Zeit lockten eine Bowlingbahn, Billardtische, ein Fitnesscenter, Spielautomaten und ein Wellnessbereich mit Sprudelbecken. Und wer gerne mit Farben gestaltet, schrieb sich für den Workshop „Bible Art Journaling“ von Susanne ein.

Dünen und Wellen

Fünf Minuten vom Hotel entfernt starteten Wander- und Velowege durch die Dünenlandschaft. Die Velowege waren ideal für Ausfahrten mit dem Rollstuhl. Der Strand war nur ein paar Schritte bzw. Radumdrehungen vom Hotel entfernt. Ein breiter Strand und mehrere Restaurants luden zum Baden und Verweilen ein. Für einige Teilnehmende wurde der Strand zur Kulisse für ihren Ferienhöhepunkt. Im Hotel konnten wir einen Strandrollstuhl mit grossen Rädern ausleihen, mit denen man nicht nur auf Sand herumkurven, sondern auch ins Wasser fahren kann. Neun Mutige vertrauten sich den zwei Piloten an und liessen sich mehr oder weniger tief ins Wasser fahren. Den einen reichte es, nasse Füsse zu bekommen. Andere wollten das volle Programm und liessen sich unter Freudenschreien von den Wellen der Nordsee überrollen.

Vielfältige und spannende Ausflüge

Mit Ausnahme der beiden Ruhetage unseres Chauffeurs waren wir jeden Tag unterwegs. Der Bus war bei jedem Ausflug gut gefüllt; schliesslich wollten alle etwas erleben und Holland kennenlernen. So besuchten wir zu Beginn das malerische Städtchen Volendam am Markermeer. Die einen liessen es sich an einem Fischbrötchen in einem Hafenbeizli genügen. Andere wanderten dem Wasser entlang nach Edam. Amsterdam durfte natürlich nicht fehlen im Programm. Eine kleine kunstinteressierte Gruppe besuchte das Rijksmuseum und in drei Gruppen genossen alle eine Grachtenfahrt durch Amsterdam in einem rollstuhlgängigen Boot. Der weiteste Ausflug führte in den Nationalpark «Hoge Veluwe». In diesem 55 Hektar grossen Park hatten alle die Möglichkeit, mit einem passenden Gefährt durch die vielfältige Landschaft zu fahren. Dreiräder, Tandems und Spezialvelos für Handrollstühle wurden vom Park kostenlos zur Verfügung gestellt. Nach der sonntäglichen Andacht im Hotel brachen wir auf zu einer Schifffahrt auf dem Alkmaardermeer. Wir haben ein Partyboot nur für uns gechartert und genossen eine zweistündige Fahrt über den See und durch spannende Kanäle. Ein weiterer Höhepunkt war der Ausflug auf die Insel Texel. Mit der Fähre setzten wir von Den Helder über, machten eine kleine Rundfahrt und besuchten das spannende Seehundezentrum Ecomare. Neben attraktiven Ausstellungen und Informationen über das Wattenmeer befindet sich dort eine Auffangstation für kranke oder verwaiste Seehunde. Die herzigen Tiere mit den grossen dunkeln Augen werden dort in zwei bis drei Monaten wieder fit für die freie Wildbahn gemacht.

Mutiges Vertrauen in unseren Gott

Was wären GuB-Ferien ohne ermutigende Andachten von unserem Pastoralteam? Dieses Jahr durften wir den Worten von Christoph Marti und Simona Büchi unter dem Titel «Jesus lädt uns zum Vertrauen ein» lauschen. Eigentlich wissen wir, dass wir unserem Gott in allen Lebenslagen vertrauen dürfen. Enttäuschungen und Krankheiten fordern uns aber immer wieder heraus und unser Vertrauen in Gott wird auf die Probe gestellt. Es braucht zuweilen Mut, nicht an Gottes Güte und Gnade zu zweifeln, sondern dranzubleiben. «Mut ist Angst, die gebetet hat». Mit diesem Zitat von Corrie ten Boom betonte Christoph die Wichtigkeit des Gebets im Ringen um unser Gottvertrauen.

Gott erhört Gebete

Mehrfach durften wir auf unserer Reise auch erleben, dass Gott Gebete erhört. Eine Geschichte erlebte Katharina, die ihren Blindenstock zu Hause vergessen hat. Wo treiben wir in einem fremden Land innert Kürze einen Blindenstock auf? Gebet tat Not! Am folgenden Tag waren wir mit dem Bus unterwegs nach Volendam. Im Hotel hatte Simona Zeit für eine Internetrecherche und schickte dem Team einen Link zu einer Organisation für Blinde. Und siehe da: Die Adresse lag ziemlich genau auf unserer Reiseroute. So machten wir einen kleinen Schwenker und fuhren mit unserm Car vor. Während unser Reiseleiter sich beim Empfang meldete, beteten die anderen im vollbesetzten Bus für einen Blindenstock. Und siehe da: Wir durften einen perfekten verstellbaren Stock mit einer Kugel kostenlos für die ganze Ferienzeit ausleihen. So konnte Katharina ihre wohl letzte Ferienreise mit GuB dank der wiedergewonnenen Freiheit noch mehr geniessen. Und wer weiss: vielleicht war es doch nicht ihre letzte Reise mit uns? In zwei Jahren werden wir uns wieder gemeinsam aufmachen und an einem schönen Ort im nahen Ausland Ferien machen.

Dankeschön

Ein grosses Dankeschön geht an die Begleitpersonen, die durch ihren unermüdlichen Einsatz diese Ferien in Holland erst möglich machen. Danke auch an unseren Reiseveranstalter Kultour und Carmäleon. Und schliesslich auch ein riesiges Dankeschön an die Stiftungen Denk an mich und Cerebral, ohne deren Beiträge Ferien in dieser Form kaum zu realisieren wären.