Vom Vertrauen im Sturm

Predigt von Raymond Timm, Weekend 2014

Gott will nicht, dass ich verstehe. Sondern Gott will, dass ich mich umarmen lasse.

"Gott will nicht, dass ich verstehe. Sondern Gott will, dass ich mich umarmen lasse".
Raymond spricht über Lukas 8, 22-26 - Die Stillung des Sturms.
Die Predigt wurde am Weekend 2014 vorgetragen.

Matthäus 14, 22-33

Und dann habe ich Gott gefragt:

„Worauf soll ich vertrauen?

Was sagst du mir denn?“

„Ja, auf mich sollst du vertrauen.“

„Was denn, was denn, was denn?“

„Ja, auf mich!“

„Das hast du schon gesagt.“

„Aber du nicht verstanden.“

Da ist etwas ganz Grosses passiert: Die Jünger haben die Speisung der 5000 erlebt und durften helfen. Sie waren integriert. Jesus hat das Brot gebrochen und die Jünger haben es verteilt. Sie waren dabei. Das hat schon ein bisschen Kraft gekostet. Aber das war gross. Das war gut.

Und er geht auf den Berg und betet. Kümmert sich Jesus um seine Jünger? Ja. Denn er ist jetzt auf dem Berg und spricht mit seinem Vater. Was Vater und Sohn zu besprechen haben, das wissen wir nicht. Ich glaube jedoch, dass Jesus über seine Jünger gesprochen hat. Und ich glaube, dass beide mitten in der Dunkelheit auf den See geschaut und gesagt haben: „Da rudern sie. Die haben Gegenwind. Die geben wieder mal alles und schaffen‘s doch nicht.“

Jesus entscheidet zu helfen

Er guckt auf die Erde. Und er guckt auf dich, und sieht dich rudern, mitten im Gegenwind. „Kümmert sich Gott um uns?“ Und dann beschliesst Gott: „Da will ich helfen. Da werde ich helfen.“ Und Jesus rennt den Berg runter, läuft über den See Genezareth und kommt zu seinen Jüngern. Schön, wenn Jesus uns mitten im Gegenwind nachläuft und zu uns kommt! Da kommt ein Geist, denken sie.

Mitten beim Rudern im Gegenwind, muss da jetzt auch noch ein Geist kommen? Wo ist denn da Jesus? Wo ist denn da Gott? Kümmert er sich nicht darum? Doch, er kümmert sich. Jesus weiss genau, was passiert. Er sagt zwei Worte: „Fürchtet euch nicht“ und „Ich bin es“. Das ist unvorstellbar. Mitten im Gegenwind, während du ruderst und ruderst. Da sieht dich Gott. Und er kommt!

Vertrau darauf, dass Gott es gut meint. Gut, ganz tief gut!

Raymond Timm

Im Wellental

Petrus hatte bei den hohen Wellen keine Chance Jesus zu sehen. Jesus war hinter den Wellen verschwunden. Denn erst als das nächste Wellental kam, konnte er Jesus wieder sehen. Was musste er denn tun? – Glauben? „Petrus, dein Glaube ist zu kurz. Dein Glaube hat nicht durchgehalten. Dein Glaube hatte während der Zeit im Wellental gehalten. Aber als der nächste Wellenberg kam, war er zu kurz.“

Muss das alles sein?

Wenn der Glaube zu kurz ist, kann ich nur sagen: „Herr, mein Glaube ist zu kurz. Mache du ihn länger. Guck mir in die Augen. Leg mir die Hand wieder auf die Schulter. Ja, lieber Jesus, muss denn das alles so sein? Erst treibst du mich ins Boot, dann kommt Gegenwind. Und dann muss ich auch noch die Wellenberge durchstehen. Und mein Glaube ist hin, und ich muss ertrinken. Muss das alles so sein?“

Die Hand ist ausgestreckt

Ich sag euch was anderes: Gott ist immer entgegenkommend. Denn in Offenbarung 21,3 steht: „Packt mal die Stiftshütte ein, wir gehen jetzt auf die Erde“. Ja, das steht doch da. Es steht da, dass Gott auf die Erde kommt. „Siehe, die Hütte Gottes bei den Menschen.“ Gott kommt mit dem neuen Himmel auf die Erde.

„Wenn ich nur dich habe, frage ich nichts nach Himmel und Erde“ sagt Asaph.

Und jetzt sehen wir da noch was: Und Jesus steigt ins Boot und nimmt Petrus mit. Und der Sturm ist zu Ende. Einfach vorbei. Wunderbar. Wenn Jesus sagt: „Ich steige zu euch ins Boot, dann ist der Sturm zu Ende.“ Kümmert sich Jesus? Ja!

Er hat die Jünger gesehen, als sie noch im Gegenwind waren. Er hat sie gesehen, als sie ihn absolut missverstanden hatten, als sie meinten, es komme ein Geist. „Vertrau mir doch, auch wenn du’s nicht verstehst“ hat Gott zu mir gesagt.

Gott will nicht, dass ich verstehe. Sondern Gott will, dass ich mich umarmen lasse.

Raymond Timm

Gott will dich umarmen. Er sagt: „Du bist jetzt auf dem See und ruderst. Aber, das musst du nicht verstehen. Sondern lass dich jetzt von mir umarmen und vertrau darauf, dass es gut wird. Vertrau darauf, dass es hier auf der Erde gut wird, und dass der neue Himmel kommt und dich mit der neuen Erde verschlingt, und du mit mir in vollkommener Gemeinschaft leben kannst. Vertrau darauf.“

 

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