Lebensmittel in grosser Not

Menschen am Rande der Gesellschaft und ohne finanzielle Reserven sind von der aktuellen Pandemie am stärksten betroffen. Dazu gehören auch die Menschen mit Behinderungen aus Moldawien. Seit vielen Jahren finanziert Glaube und Behinderung pro Jahr zwei Camps, in denen Menschen mit Behinderungen geistlich und körperlich auftanken und sich erholen können. Als das Mai-Camp aufgrund der Pandemie abgesagt werden musste, haben wir zusammen mit den Verantwortlichen von OM beschlossen, das für die Camps vorgesehene Geld für dringend benötigte Lebensmittelpakete zu verwenden. Kürzliche erhielten wir folgenden Brief aus Moldawien:

Hilferuf aus Moldawien

«Liebe Brüder und Schwestern, wir möchten uns im Namen aller schutzbedürftigen Menschen mit Behinderungen, die ein Lebensmittelpaket erhalten haben, von Herzen bedanken. Im März wurde Moldawien aufgrund der Covid-Pandemie geschlossen. Dies hat viele Menschen schwer getroffen. Menschen mit Behinderungen sind in Moldawien immer von der Aussenwelt isoliert, erst recht während einer Pandemie. Sie waren alleine und viele hatten Angst zu verhungern. Viele verloren ihre Arbeit und nach einigen Wochen der Isolation gingen ihnen die Lebensmittelvorräte im Haus aus. Wir erhielten viele Anfragen nach Lebensmittelhilfe. Es gab Fälle, in denen die Familie mehrere Wochen lang nur einfaches Brot gegessen und Tee getrunken hatte. Leider haben wir dann erfahren, dass wir das Mai-Camp absagen müssen. Für diese Menschen ist das Camp das Licht am Ende des Tunnels. Es ist ein Ort, an dem sie Kontakte knüpfen, geistige und körperliche Nahrung erhalten und einfach nur entspannen können. Die Leute warten ein ganzes Jahr, um in dieses Lager zu gelangen, und wir wollten ihnen irgendwie helfen. Aus diesem Grund haben wir beschlossen, allen, die dieses Jahr auf den Listen für das Camp standen, ein Lebensmittelpaket zukommen zu lassen. Natürlich ersetzt dieses Paket nicht die Freude am persönlichen Austausch im Camp. Aber dies ist eine große Hilfe für diese Menschen, die gestern nicht wussten, ob sie morgen etwas zu essen haben würden.»

Vitaly

Vitaly ist 35 Jahre alt und lebt alleine. Es ist bereits 8 Jahre her, seit seine Eltern gestorben sind. Er wurde mit Cerebralparese geboren. Er hat zwei Schwestern, die sehr weit weg leben und haben keine Gelegenheit, ihn zu besuchen. Er hat gelernt, auf sich selbst aufzupassen. Aber es ist immer noch sehr schwierig für ihn, weil seine Arme und Beine nicht sehr gut funktionieren. Er beschwert sich nicht über seine Behinderung, weil er weiss, dass Gott mit ihm ist.

Ion und Tatiana

Ion (55) und Tatiana (50) stammen aus Pascani im Distrikt Cahul. Ion hatte im Alter von 26 Jahren einen Autounfall. Tatiana wurde mit Cerebralparese geboren. Sie sind seit 24 Jahren verheiratet. Tatianas Gesundheitszustand verschlechtert sich zusehends. Im Moment kann sie sich nur noch mit Hilfe anderer Menschen bewegen oder sich an den Wänden festhalten. Ihr zufolge sollte sie bereits einen Rollstuhl benutzen. Doch sie tut ihr Bestes, um auf den Beinen zu bleiben. Es ist besser auf den eigenen Füssen zu sein, als von jemandem getragen zu werden.

Ioanna

Ioanna ist eine 69-jährige Rentnerin aus Cahul in Moldawien. Sie hat Probleme mit dem Blutdruck und in ihrem Leben hatte sie viele Probleme, Magenoperationen und Probleme mit ihrer Schilddrüse. Ihre Rente ist klein und ein Teil davon geht in die Medizin. Sie lebt mit ihrer 75-jährigen Schwester zusammen, die seit ihrer Kindheit behindert ist. Ioanna heiratete im Alter von 24 Jahren. Erst nach der Heirat zeigte ihr Mann sein wahres Gesicht. Sie wurde im Alter von 25 Jahren schwanger und brachte einen Sohn zur Welt. Ihr Mann trank viel Alkohol. Eines Tages wollte der Mann das Kind töten. Ioanna flüchtet mit dem Jungen und zog ihn alleine gross.

Ana ist eine 69-jährige Frau, die alleine lebt. Sie ist seit mehreren Jahren von ihrem Ehemann geschieden. Die Ursache war seine Alkoholabhängigkeit und die körperliche und emotionale Gewalt gegen sie und ihren Sohn. Sie hat sich in ihrem Leben unzähligen Operationen unterzogen. Alles begann, als sie ein Kind war, ab dem Alter von 7 Jahren, als ihre Beine plötzlich anschwollen und ihre Körpertemperatur anstieg. Dann diagnostizierten die Ärzte bei ihr ein akutes Nierenproblem, das dringend operiert werden musste. Nach der erfolglosen Operation traten Komplikationen auf, die ihr ganzes Leben betrafen und zu einer Behinderung führten.
Obwohl das Leben für sie grausam war, ist Hannah positiv geblieben und listet die Wunder auf, die der Herr in ihrem Leben vollbracht hat. Ihr Herz ist voller Dankbarkeit gegenüber Gott und all denen, die von ihrem Reichtum opfern, um für diejenigen zu sorgen, die hilflos, alt und arm sind.

Unser Engagement in Moldawien