Wochenende 2020

Datum: 20. Oktober 2020, 18:00 Uhr - 25. Oktober 2020, 15:00 Uhr
Ort: Interlaken, Hotel Artos

Extra-Ferientage vor dem Wochenende

Im Frühling hat uns das Coronavirus einen dicken Strich durch unsere Israel-Reisepläne gemacht. Um die verpassten Ferientage wenigstens einigermassen zu kompensieren, haben wir das GuB-Wochenende um drei Tage vorverlängert. 25 Personen sind bereits am Dienstag nach Interlaken angereist und liessen sich von der inzwischen geltenden Maskenpflicht im Hotel nicht die (Vor)Freude verderben.

Am Mittwoch Vormittag starteten wir mit einer Andacht. Ruth und Ernst Bai haben uns in diesen Tagen im Wechsel in einen Bibeltext oder ein traditionelles Lied hineingenommen, umrahmt von passenden Liedern (hinter der Maske gesungen…). Danach sind wir zu einem ersten Ausflug auf dem Bödeli aufgebrochen. Vom Küchenchef des Hotels Artos haben wir uns einen Brotteig und 25 Cervelats einpacken lassen. Zu Fuss bzw. auf Rollstuhlrädern sind wir dann in Richtung Unterseen losgezogen. Ein wunderschöner Weg entlang der Aare führte bis zum Thunersee. Bei der Einmündung begann das Naturschutzgebiet Weissenau. Zwischen Wald, Schilf und See führt der malerische Weg bis zu einem idyllisch gelegenen Brätliplatz am Ufer des Thunersees.
Schon bald loderte ein zünftiges Feuer unter dem Grillrost. Bis zur perfekten Glut blieb noch Zeit, im Wald passende Stecken zu suchen und das Schlangenbrot vorzubereiten. Mit mehr oder weniger Geduld wurde das Brot dann mehr oder weniger durch bzw. schwarz über dem Feuer gebacken. Gerade rechtzeitig platzten auch die Cervelats aus ihrer Haut und bildeten zusammen mit dem Schlangenbrot ein urchiges Zmittag wie zu Jungschizeiten. Anschliessend genehmigten wir uns noch einen Kaffee und ein Dessert im nahegelegenen Restaurant Landhaus.

Am Fusse des Eigers

Am zweiten Tag wollten wir schauen, wie tief der Schee in den Bergen schon gefallen ist. Mit dem Zug reisten wir ab Interlaken Ost via Grindelwald auf die Kleine Scheidegg. Von Schnee war aber weit und breit nichts (mehr) zu sehen. Nur gerade die vielen Schneekanonen liessen den Winter erahnen. Bei überraschend schönem Wetter und viel Sonne kamen wir am Fusse von Eiger, Mönch und Jungfrau fast nicht mehr aus dem Staunen heraus. Es ist immer wieder überwältigend, diese imposante Bergwelt von ganz Nahe zu betrachten.

Im renovierten Restaurant Eigernordwand haben wir ein feines Zmittag genossen. Danach trennten sich unsere Wege. Eine Gruppe von acht FussgänerInnen nahm den Weg nach Wengen unter die Wanderschuhe, während die übrigen noch einen Kaffee auf der Terasse genossen und später auf dem gleichen Weg wieder nach Interlaken fuhren. Ohne zu Hetzen aber doch immer auf Zack schaffte es die Wandergruppe nach gut zwei Stunden auf den Zug in Wengen.
Nach dem Nachtessen stand ein Spielabend mit verschiedenen Gesellschaftspielen auf dem Programm.

Start ins offizielle Wochenende

Der Freitag war quasi ein Tag zur freien Verfügung zum „lädele, plöiderle und käfele“. Im Verlaufe des Tages trafen nach und nach die Gäste fürs offizielle Wochenende ein. 70 Personen waren angemeldet und freuten sich auf das Zusammensein und auch das Schwerpunktthema „Von Scham befreit“.

In den Nachrichten um 17 Uhr wurde dann informiert, dass der Berner Regierungsrat beschlossen hat, dass ab Freitag um Mitternacht Veranstaltungen mit mehr als 15 Personen verboten sind. Nach einer ersten Krisensitzung hatten wir noch Hoffnung, dass wir unser Wochenende Dank Ausnahmeregelung noch durchführen können. Den Entscheid haben wir aber auf Samstag Morgen vertagt, da die Hotline des Kantons Bern nicht mehr zu erreichen war.

Live-Schaltung nach Moldawien

So genossen wir quasi um 5 vor 12 die noch vorhandenen Freiheiten und versammelten uns im Saal für die Präsentation von Emanuel Frei von OM, der über die Arbeit unter Menschen mit Behinderungen in Moldawien berichtet. Mit den zweckgebundenen Spenden für dieses Projekt unterstützt Glaube und Behinderung schon seit mehreren Jahren die Durchführung von Feriencamps in Moldawien.

Als Höhepunkt des Abends konnten wir gleich zu Beginn in einer Live-Schaltung nach Moldawien von den Verantwortlichen vor Ort hören, wie es den Menschen dort geht und wie im September mit einer Woche Vorlauf ein Camp für 60 Personen organisiert wurde. Es wurde uns auch vor Augen geführt, wie wichtig die Lebensmittelhilfe im Frühling und Sommer war, die wir anstelle des abgesagten Camps finanzieren konnten.
Hier ein kurzer Ausschnitt aus dem Interview mit Bruder Dima und seiner Assistentin Anastasia.

Offizielle Ende am Samstag Mittag

Am Samstag Vormittag haben wir beschlossen, dass wir das eben erste begonnene Wochenende um 12:00 Uhr offiziell beenden müssen. Da das Hotel aber weiterhin offen war für Einzelgäste, war es allen unseren Teilnehmdenden freigestellt, noch bis Sonntag Mittag zu bleiben und auch ohne Inputs, Gesprächsrunden und Gottesdienst die Zeit in Interlaken noch zu geniessen. Die Tatsache, dass 53 Personen trotzdem bis Sonntag Vormittag geblieben sind, zeigt, wie wichtig Gemeinschaft und der Austausch von Angesicht zu Angesicht gerade in diesen schwierigen Zeiten sind.

Vielen Dank an alle fliessigen und treuen Menschen im Hinter- und Vordergrund, die einen Beitrag zum Gelingen dieses besonderen GuB-Wochenendes beigetragen haben. Sei es durch die ermutigenden Andachten, die Musik sowie die wunderschönen Blumen. Es war trotz allem eine schöne Zeit, die wir zusammen in Interlaken verbringen durften.

Infos zum Artikel

Covid-19 Schutzkonzept

Unsere Referentin

Dr. Debora Sommer (Jg. 1974) studierte in der Schweiz und Südafrika Theologie. Sie ist Dozentin am Theologischen Seminar St. Chrischona sowie freiberufliche Referentin und Autorin (www.deborasommer.com). Sie ist verheiratet mit Rolf, Mutter von zwei jungen Erwachsenen und lebt in Strengelbach.

Das aktuelle Buch

Dieses und weitere Bücher kannst du am Wochenende beziehen oder vorher über folgenden Link bestellen: https://www.deborasommer.com/buecher

Hotel Artos Interlaken

Alpenstrasse 45
3800 Interlaken